Ghost Referrals aus Google Analytics verbannen – so klappt’s!

Ghost Referrals loswerden… und zwar für immer!

 

Best Practice

Wie bei jeder neuen Herausforderung ist es auch hier sinnvoll, nach Best Practice vorzugehen. Beachte bei allen Einstellungen, die du in Google Analytics vornimmst, die folgenden Regeln:

  • Stelle sicher, dass immer eine völlig ungefilterte Ansicht in deiner Property verbleibt.
  • Arbeite nicht in deiner Hauptansicht, sondern erzeuge ein Duplikat, in dem du die Filter anlegen und testen kannst.
  • Übernimm die Filter erst dann in deine Hauptansicht, wenn alle Tests „grün“ sind.
Hier außerdem noch einige Dinge, die erprobtermaßen nicht funktionieren:

Die Verweis-Ausschlussliste

In zahlreichen Artikeln wird empfohlen, die Verweis-Ausschlussliste in Google Analytics (Verwalten >Property >Tracking-Informationen >Verweis-Ausschlussliste) zu verwenden. Für die hier behandelten Fälle ist dies falsch — auch wenn dein Verweis-Bericht danach schön aufgeräumt daherkommt, wird der entsprechende Visit möglicherweise als direkter Besuch gewertet und verfälscht weiterhin deine Statistik.

Hostnamen ausschließen

Viele Tippgeber empfehlen dir, Spamquellen aus deinen Berichten herauszufiltern, indem du einen Ausschließen-Filter für Hostnamen einrichtest. Prinzipiell ist das eine Möglichkeit, aber sie löst dein Problem nur sehr kurzfristig. Nach kürzester Zeit wird Referrer Spam aus einer neuen Quelle auftauchen und deine Statistiken verfälschen – du möchtest aber nicht bis zur Rente für jeden neuen Referrer Spam neue Filter und neue Segmente bauen.

Nach Verweisen filtern

Auch wenn es naheliegend scheint, Ghost Referrals nach Verweis zu filtern: es ist deutlich cleverer, nach Hostname zu filtern. Denn da die Ghosts niemals wirklich auf deiner Website waren, kennen sie die korrekten Hostnamen nicht – Du hingegen kennst sie. Mit einem Filter, der nur die richtigen Hostnamen zulässt, kann es dir deshalb heute und für alle Zeiten gleichgültig sein, welche neuen darodars und ilovevitalys im Internet umherschwirren. Valider Traffic ruft den Content ab, der auf deinen Servern liegt – alles andere kannst du ignorieren.

 
Jetzt geht’s los … 

Alle Ghost Referrals eliminieren – der Hostnamen-Einschließen-Filter

Lass bei diesem Schritt alle gebotene Sorgfalt walten – anderenfalls läufst du Gefahr, validen Traffic aus deiner Statistik auszusperren. Es ist absolut erforderlich, dass du alle validen Hostnamen zulässt, die deine Tracking ID möglicherweise benutzt. Neben deiner eigenen Domain können dazu viele weitere Seiten gehören – zum Beispiel Zahlungsprovider wie PayPal oder Paymill, dein YouTube-Kanal oder auch eventuelle weitere Domains, die du unter der selben Tracking ID betreibst. Ebenfalls sinnvoll ist es, translate.googleusercontent.com und webcache.googleusercontent.com einzuschließen, um diejenigen Besuche zu registrieren, die über denn Google-Übersetzer oder den Google-Cache auf deine Seite zugreifen.

Die für deine Website validen Hostnamen findest du am besten, indem du unter Zielgruppen >Technologie >Anbieter einen möglichst langfristigen Bericht abrufst und die primäre Dimension Hostname wählst. Dann kopierst du die für deine Website relevanten Domains heraus und sammelst sie in einer Textdatei.

Möglicherweise taucht hier sehr viel Traffic auf, bei dem für Hostname (not set) angezeigt wird. Für deinen Filter ist dieser Traffic nicht relevant.

Achtung:
Falls du in deinen Berichten bei Google Analytics auf Traffic mit der Angabe Hostname (not set) stößt, solltest du die Ursache finden. Meist handelt es sich bei diesem Traffic um Referrer Spam oder irgendwelche eventbasierten Conversions; es sind aber auch andere Ursachen wie z.B. ein Konfigurationsfehler denkbar. In diesem Fall solltest du eine entsprechende Warnung im oberen Bereich deines Google Analytics Frontends sehen.

Als nächstes baust du deinen Filter. Wie bereits gesagt, solltest du eine ungefilterte Ansicht behalten. Du wirst sie von Zeit zu Zeit benötigen, um zu verfifizieren, dass dir in der gefilterten Ansicht kein Traffic durch die Lapen geht.

Sicher hast du in deiner bisher genutzten Ansicht bereits einige Einstellungen vorgenommen, auf die du Wert legst. Deshalb solltest du nun keine neue Ansicht erzeugen, sondern die vorhandene Ansicht duplizieren. Gehe dazu auf >Verwalten >Datenansicht >Einstellungen der Datenansicht >Datenansicht kopieren und gib der neuen Ansicht einen Namen. In der neuen Ansicht kannst du deine Filter anlegen und testen – dann überträgst du sie auf die bestehende Ansicht und löschst sie in der neuen Ansicht.

Nun gehst du in der neuen Ansicht auf >Filter >Neuer Filter und gibst dem Filter einen Namen, zum Beispiel „Ghost Referrals“. Wähle Benutzerdefiniert – Filtertyp: Einschließen – Filterfeld: Hostname und gib die Filterregel als Regex ein.

Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Gehe einfach wie folgt vor:

  1. Füge in deiner Textdatei mit den validen Hostnamen vor jedem Punkt einen Backslash ein
  2. Trenne die Hostnamen durch senkrechte Striche
  3. Lösche alle Leerzeichen
  4. Ersetze alle Subdomains durch .* und entferne Dopplungen

Bitte beachten:

  • Filterregeln sind auf 255 Zeichen beschränkt
  • Bitte keine Leerzeichen
  • Bitte kein | am Anfang oder Ende der Filterregel
  • Natürlich kannst du nach Herzenslust vereinfachen, wenn du dich mit Regex auskennst.
  • Laut Google werden Subdomains automatisch mitgefiltert, die Regular Expression .* ist somit unnötig. Dasselbe gilt für das „escapen“ der Punkte mittels Backslash. Ich verwende trotzdem beides, weil ich korrekte Syntax bevorzuge.

Die Filterregel sieht dann in der einfachsten Form etwa folgendermaßen aus:

hostname1\.de|hostname2\.com|.*googleusercontent\.com

 
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Author: Andreas Schüler

Geboren 1970 · Aufgewachsen in Nordhessen · Studium in Frankfurt und Halle · Lebt und arbetet in Berlin · Stationen als Ghostwriter, Konzepter, Art Director, Onlineredakteur, Creative Director, Head of Content, Head of Marketing. Vater von zwei Söhnen.

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